Friends of Freshdads

Am Donnerstag, den 29. Mai findet der 3. Vatertag der Vielfalt in Köln Ehrenfeld statt. Es lohnt sich in jedem Fall (vorbei) zu kommen:

20 Mai, 2014 - 21:09

Immer mehr Väter möchten einen größeren Anteil am Leben ihrer Kinder nehmen, auch nach Trennung oder Scheidung, nicht nur zahlen, sondern auch Verantwortung für ihr Kind übernehmen. Das „Wechselmodell“, bei dem Vater und Mutter das Kind bzw. die Kinder im wöchentlichen Wechsel betreuen ist dafür das Modell der Wahl. Die Familienrechtsexpertin Hildegund Sünderhauf erklärt im Gespräch mit ML mona lisa warum:

„… ZDF: Wie schätzen Sie die Entwicklung des Wechselmodells ein?

Sünderhauf: Das Wechselmodell boomt in Deutschland, die Nachfrage ist groß. Die Menschen interessiert das aus der eigenen Bedürfnislage heraus. Es gibt überhaupt keine Statistik in Deutschland darüber, wie Eltern, die getrennt leben, ihre Kinder betreuen. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes ist die tatsächliche alleinige rechtliche Sorge nach Trennung und Scheidung die absolute Ausnahme, es sind verschwindend geringe drei Prozent. Die gemeinsame rechtliche elterliche Sorge hat sich in den letzten 20, 25 Jahren durchgesetzt, und ich bin mir sicher, in den nächsten 20 Jahren wird sich das Wechselmodell als das zu favorisierende Betreuungsmodell durchsetzen. In sehr vielen Fällen ist es bestimmt eine Lösung, die auch zu einer friedlicheren und kooperativen Kultur im Umgang mit Trennung und Scheidung führen wird, weil eben dieser Kampf ums Kind mit den Folgekämpfen wie Unterhaltsstreitigkeiten et cetera gar nicht mehr geführt werden muss.

ZDF: Was spricht für das Wechselmodell?

Sünderhauf: Das entscheidende Argument ist, dass die Kinder eine ebenso enge Bindung an beide Eltern haben oder entwickeln können, wie wenn sie mit Mutter und Vater zusammen leben und die sie sie für ihr Aufwachsen, für ihre Gesundheit, ihre Stabilität und psychisches Wohlbefinden gut brauchen können. Sie können an den Ressourcen beider Eltern teilhaben, an Zeit, Wissen, ökonomische Ressourcen, Verwandtschaft und Freundeskreis von zwei Eltern. Und es ist eine große Entlastung für Eltern sagen zu können, ich bin nur die Hälfte der Zeit verantwortlich für mein Kind, kann mich dann aber ganz konzentrieren. Und für den potenziellen Nicht-Residenz-Elternteil ist es natürlich ein großer Vorteil, mehr Zeit mit dem Kind zu haben, eine präsente Person im Leben des Kindes zu sein, mehr Einfluss zu haben, und es genießen zu können, Mutter oder Vater für ein heranwachsendes Kind zu sein, es dabei zu begleiten. …“

Quelle

19 Mai, 2014 - 15:04

Wir fahren schon wieder in Urlaub, zum Gardasee. Es sind 1000 km, etwa 11 Stunden Autofahrt, aber wie macht er das? Das habe ich mich immer wieder gefragt, wenn wir dorthin gefahren sind.

Er geht arbeiten, kümmert sich um den Garten, hat zwei oft anstrengende Kinder, und noch viel mehr, aber er kann sich den Weg merken ohne einen Navi zu benutzen. Das hat mich als Kind immer beeindruckt und ich fragte mich, ob ich das auch mal schaffen werde. Ich bin nicht davon ausgegangen, denn mein Vater konnte Dinge tun, die kein anderer kann.

Jahre später habe ich gemerkt, ich kann es auch!

Sohn 29 Jahre

17 Mai, 2014 - 11:23

Wenn Eltern sich scheiden lassen, gibt es oft Streit über den finanziellen Unterhalt und die Betreuung für gemeinsame Kinder. Das Grundmodell der Rechtsprechung ist schlicht: einer betreut, der andere zahlt. In der Regel ist das der Mann. Er passt dann jedes zweite Wochenende auf die Kinder auf. Doch immer mehr Väter kümmern sich auch nach der Scheidung häufiger um ihre Kinder, manche fast die Hälfte der Betreuungszeit. Trotzdem müssen sie weiter den vollen Unterhalt zahlen. Eine auch finanzielle Doppelbelastung, die Väter und Juristen beklagen. Sie fordern: Das Unterhaltsrecht muss dringend der gesellschaftlichen Realität angepasst werden.

Diese Forderung habe ich in meiner Stellungnahme, die der WDR für einen Westpol Beitrag heute bei mir aufgenommen hat, unterstützt. Ich bin auf die Sendung am kommenden Sonntag ab 19:30 Uhr, gespannt.

Quelle

16 Mai, 2014 - 18:12

Verantwortung für das Kind übernehmen – viele Väter sehen sich benachteiligt, wenn es darum geht, das Umgangsrecht festzulegen. So hat Christian Bader nach der Trennung zwar das gemeinsame Sorgerecht für den siebenjährigen Sohn, der bei der Mutter lebt, aber er will mehr als nur ein „Besuchs-Vater” sein: „Ich möchte nicht ausgegrenzt werden. Ich sehe es als meine ganz wichtige Aufgabe als Vater, konkret präsent zu sein im Leben meines Sohnes.”

Auch Sven Kuhne versucht, soviel Zeit wie möglich mit seinem fünfjährigen Sohn zu verbringen. Ein Modell, das gut funktionieren könnte, sei das so genannte Wechselmodell, meint Familienrechtsexpertin Hildegund Sünderhauf. Das Kind lebt dabei abwechselnd bei Vater und Mutter, denn es braucht den engen Kontakt zu beiden Elternteilen.

Ein Beitrag in ML mona lisa, Frauen, Männer & mehr, ZDF, am Samstag, den 17. Mai, um 18:00 Uhr.

Quelle

15 Mai, 2014 - 12:05

Wiedergutmachungsaktion von Nivea zum Vatertag

14 Mai, 2014 - 20:27

Ludger Pütz hat 2011 herausgefunden, dass sein Sohn nicht sein leiblicher ist. Da er weder im Netz noch sonst wo Informationen zum Thema fand, gründete er den Kuckucksvaterblog und eine Selbsthilfegruppe für Kuckuckskinder, Scheinväter, leibliche Väter und Kuckucksmütter auf Facebook.

In einem Gastbeitrag im Schweizer Mamablog erklärt er, warum nur ein Vaterschaftstest Gewissheit gibt, aber auch, welche Nebenwirkungen er haben kann:

„Es ist das Schönste im Leben, durch ein Kind zu Papa oder Mama zu werden. Eigentlich. Dieses ‚eigentlich‘ ist der Haken, der auch in meinem Leben eine einschneidende Rolle spielte. Denn nicht selten wird die Freude der Mutter- beziehungsweise Vaterschaft getrübt und führt nicht wenige früher oder später zu der Frage: «Bin ich bzw. ist er wirklich der Vater?» Der Zweifel an der Vaterschaft ist auch unter Müttern in nicht geringem Ausmaß verbreitet: Über ein Drittel der privat angestrengten Vaterschaftstests wird von Frauen veranlasst.

Ob ein anderer Mann als Vater infrage kommen könnte, das weiß die Frau naturbedingt mit Bestimmtheit. Bei Männern hingegen braucht es einen Anfangsverdacht, etwas, was sie stutzig werden lässt. Nur die wenigsten sind sich bewusst, dass die Vaterschaft generell unsicher ist. Und so sind es zumeist erst entsprechende Umstände, die den Vater hellhörig werden lassen, zum Beispiel, wenn er erst seit wenigen Wochen mit der werdenden Mutter zusammen ist oder wenn er Kenntnis von ihrer Affäre hat. In anderen Fällen melden sich die Zweifel direkt nach der Geburt, etwa, wenn man am Neugeborenen so gar keine Ähnlichkeit mit sich selbst findet oder wenn sogar die frisch gebackene Großmutter väterlicherseits skeptisch ihren Kopf schüttelt. Was soll der Mann in solchen Fällen tun? Soll er seine Partnerin um einen DNA-Test bitten, um sich die eigene Vaterschaft zweifelsfrei belegen zu lassen? Dies ist ein sehr schwerer Schritt.

Wer es trotzdem wagt, muss mit Protest und Vorwürfen rechnen, denn die meisten Mütter verbinden mit dieser Frage unweigerlich die Unterstellung, fremdgegangen zu sein. Auf den ersten Blick ist die Empörung darüber durchaus nachvollziehbar. Doch wer dem Mann daraus einen Strick dreht, der übersieht dessen Bedürfnis nach Gewissheit. Schließlich geht mit der Vaterschaft auch Verantwortung und emotionale Bindung einher.

Und was macht die Mutter, wenn sie unsicher über die Vaterschaft ist? Sollte sie nach einem DNA-Test fragen? Würde sie es machen, wäre klar, dass sie eine Affäre hatte, ansonsten bestünde ihrerseits ja kein Anlass zum Zweifel.

Aus meiner Erfahrung im Kuckucksvaterblog heraus lässt sich sagen, dass sich Väter und Mütter in den meisten Fällen erst an uns wenden, wenn das Kind bereits im Kleinkindalter oder älter ist. Bis dahin ist bereits eine Vater-Kind-Beziehung aufgebaut, die eventuellen Zweifel an der Vaterschaft sind gerade erst entstanden oder haben sich weiter verdichtet. Nun wird es aber noch schwieriger.

Mit der Bitte nach einem Vaterschaftstest riskiert ein Vater nicht nur einen Bruch mit der Kindesmutter, sondern einen Bruch mit den eigenen Gefühlen zum Kind. Konflikte jeglicher Art sind vorprogrammiert, gleichgültig, welche Entscheidungen getroffen werden. Nicht nur in der Partnerbeziehung, nicht nur zum Kind, sondern auch mit Eltern, Schwiegereltern, den Familien und im Freundeskreis. Man hat nur noch die Wahl zwischen Pest und Cholera.” weiterlesen

14 Mai, 2014 - 17:56

Die 11 Fragen der Bloggerkollegin Peggy Wandel habe ich gerne beantwortet:

Hans-Georg Nelles hat das Thema Vereinbarkeit zu seinem Beruf gemacht und thematisiert zum Beispiel in seinem Blogbeitrag “Darf es auch ein bisschen weniger sein“, dass Karriere und Teilzeit kein Widerspruch sein dürfen – für Männer und Frauen. Das kann man nicht oft genug sagen und schreiben, bis es selbstverständlich wird. “Aber von alleine geht nichts, es braucht schon den Mut, diese Vorstellungen auch tatsächlich zu äußern und zu leben“, so Hans-Georg Nelles.

1. Hand aufs Herz – wieso bloggst du?

Ich habe vor fast 8 Jahren angefangen zu bloggen, nachdem ich eine spannende Veranstaltung zum Thema Bloggen besucht habe und ich darin eine gute Möglichkeit gesehen habe, Väter und ihre Anliegen zum Thema zu machen und die Entwicklung, die ja just zu diesem Zeitpunkt durch die Diskussion um das Elterngeld an Dynamik gewonnen hat, zu dokumentieren.

2. Woher nimmst du die Zeit dafür?

Das Thema Väter und väterbewusste (Personal-) Politik habe ich zu meinem Beruf gemacht und die Texte im Blog sind Ergebnis meiner täglichen Beschäftigung damit.

3.  Gibt es Dinge in puncto Vereinbarkeit, die du gerne von anderen Ländern oder Kulturen nach Deutschland importieren würdest?

Ich habe drei inzwischen erwachsene Kinder und das beste was mir „passieren“ konnte ist eine Partnerin, die Spaß am Beruf hat, gerne arbeitet und die uns so eine partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit ermöglicht (hat).

4. Ein Blick in die Zukunft: Wird es in zehn Jahren einfacher sein, in Deutschland Familie und Job zu vereinbaren? Oder machen wir eher Rückschritte?

Es wird nach dem Muster zwei Schritte vor, einen zurück verlaufen, aber ich bin der Überzeugung, dass die kommenden Väter und Mütter gute Chancen haben, ihre Vorstellungen gegenüber den Arbeitgebenden durchzusetzen. Aber von alleine geht nichts, es braucht schon den Mut, diese Vorstellungen auch tatsächlich zu äußern und zu leben.

5. Wie sieht deiner Meinung nach die ideale Arbeitswelt aus?

Ideal sind Arbeitswelten, die zu den jeweiligen Bedürfnissen und Lebensereignissen von Männern und Frauen, Vätern und Müttern passen bzw. ihnen die Möglichkeit geben Arbeitszeiten und –orte so anzupassen, das gute Ergebnisse und Lebenszufriedenheit gleichermaßen erzielt werden.

6. Bist  du lieber selbständig oder angestellt?

Ich habe 25 Jahre im Anstellungsverhältnis gearbeitet und bin jetzt seit fast 6 Jahren freiberuflich tätig. Ich kann mir nicht mehr vorstellen, von morgens bis abends an einem Schreibtisch zu sitzen und einer Tätigkeit nachzugehen.

7. Stadt oder Land?

Das Land ist ein Sehnsuchtsraum, in den Städter Wünsche und Erwartungen projizieren. Ich brauch den Puls der Stadt. Manchmal ist es Berlin und der Takt ist anregend. Zur Entspannung reicht mir mein Viertel in dem DüsselDorf am Rhein.

8. All-inclusive oder Abenteuerurlaub?

Weder noch, ich habe mir meine/ unsere Urlaube in den vergangenen 40 Jahren immer selber organisiert. Da war manches abenteuerlich, aber es war immer erholsam.

9. Dein Lieblingsbuch?

Der Dialog, Das offene Gespräch am Ende der Diskussionen von David Bohm

10. Körper, Geist, Seele – was ist dein Rezept, um mit dir selbst in Einklang zu kommen?

Nichts unternehmen, was diese Einheit zu sehr auf die Zerreißprobe stellt und wenn doch, laufen und anschließend in die Sauna.

11. Angenommen eine Fee gewährt dir drei Wünsche. Was möchtest du sein, tun oder haben?

Gesundheit, Zufriedenheit und die Möglichkeit, meiner interessanten Tätigkeit möglichst lange nachgehen zu können und Wirkungen zu erzielen.

Quelle

12 Mai, 2014 - 19:13

Mütter- & Mamiblogs gibt es wie Sand am Meer. Trauen sich die Väter nicht hinter dem Ofen hervor oder hindert sie die Karriere daran, sich mit einem eigenen Blog Gehör zu verschaffen? “Into the Wild” ist dafür das richtige Thema. Kinder und Familie können wild sein. Lasst es uns zusammen bändigen. Eine spannende Diskussion darüber warum Väter (nicht) bloggen mit:

Sven Trautwein http://www.zwillingswelten.de/cms

Patricia Cammarata http://dasnuf.de/

Andreas Lorenz http://papa-online.com

Holger Reuss http://www.papaganda.org

10 Mai, 2014 - 21:37

„In der Regel werden die zwei Monate Elternzeit heute in den Firmen durchgewunken“, sagt Hans-Georg Nelles.

Vor 10 Jahren sei das noch ganz anders gewesen, erzählt der Organisationsberater, da waren es nur sechs Unternehmen in Nordrhein-Westfalen, die am Audit „Familie und Beruf“ teilgenommen haben und in den Firmen zogen die Personalverantwortlichen irritiert ihre Augenbrauen hoch: wie – VÄTER und Elternzeit?

Klar, Väter, die in Elternzeit gehen möchten, müssen sich auch heute noch manch blöde Bemerkung anhören und Nordrhein-Westfalen liegt im Bundesdurchschnitt zurück, aber immerhin nehmen auch hier 20 Prozent der Väter Elternzeit.

Elternzeit = Karrierestopp: Ein Mythos

Und ja, räumt Nelles ein, es kann mal passieren, dass die Elternzeit die Karriere eines Vaters verzögert, aber in der Regel ist das nicht so. Das hat dem Sozialwissenschaftler seine Erfahrung gezeigt. Die wird auch bestätigt durch eine neue Studie der Hans-Böckler Stiftung zum Thema, in deren Beirat Nelles sitzt und deren Ergebnisse in der zweiten Jahreshälfte veröffentlicht werden. Die Befürchtung, durch eine Elternzeit ruiniere sich ein Vater die Karriere, sei ein ängstliches Vorurteil, betont er. „Diese Befürchtung wiederholen insbesondere solche Väter immer wieder, die selber noch keine Elternzeit genommen haben“.
Alles easy also?
Nein, werdenden Vätern, die in Elternzeit gehen wollen, rät Hans-Georg Nelles, unbedingt einige Punkte zu beachten, um Ärger mit den Vorgesetzten zu vermeiden.

Die erste Voraussetzung: das Gespräch mit der Partnerin

Als erstes sollte sich der werdende Vater darüber klarwerden, ob er sich die Betreuung des Kindes wirklich zutraut und sich fragen, wie eine Elternzeit mit seinen beruflichen Perspektiven zusammenpasst. Danach geht es darum, das Gespräch mit der Partnerin zu suchen und ganz grundlegend zu klären: Wie stellen wir uns unsere Aufgabenteilung vor? Vielleicht hat die Partnerin Bedenken bei der Vorstellung, dass ihr Mann länger zuhause bei den Kindern bleibt…

„Das erlebe ich immer wieder“, erzählt Hans-Georg Nelles, „dass mir Väter berichten, sie hätten sich nicht getraut, dagegen zu halten und sich dann eben mit zwei Monaten Elternzeit und der Ernährerrolle zufrieden gegeben“. In einem solchen Gespräch müssen die werdenden Eltern ihre Vorstellungen aushandeln und – nicht zuletzt – die finanzielle Verantwortung klären.

Gestärkt ins Gespräch mit den Vorgesetzten

Erst wenn ein werdender Vater klar für sich weiß, was er (und seine Partnerin) will, kann er mit ruhiger Sicherheit in das anstehende Gespräch mit seinem Vorgesetzten gehen. „Oft zielen die Bemerkungen des Chefs darauf ab, herauszufinden, wie ernst es dem Mitarbeiter X eigentlich mit seinem Plan ist“, erklärt Hans-Georg Nelles. „Da werden Spielchen gespielt. Aber wenn jemand klar macht, dass es ihm ernst ist, kommen Chef und Angestellter am Ende meist zu einem guten Ergebnis.

Deshalb sollte ‚mann‘ auch so früh wie möglich mit dem Vorgesetzten reden. Rein rechtlich, schränkt Nelles ein, ist dieser Tipp allerdings problematisch, denn ein werdender Vater genießt erst 8 Wochen vor der Elternzeit Kündigungsschutz, muss seine Entscheidung aber spätestens 7 Wochen vor Antritt bekannt geben. Rechtlich ist er also nur eine Woche lang abgesichert – sehr bedauerlich, findet der Organisationsberater. Deshalb rät er, sich vorher im Betrieb umzuhören, welcher Vater in der Vergangenheit welche Erfahrungen gemacht hat und wie der Chef zur Elternzeit steht.

Den Vorgesetzten etwas anbieten

Den Vorgesetzten geht es ja in erster Linie darum, ihr Unternehmen am Laufen zu halten. Wenn ‚mann‘ ihnen also das Gefühl gibt >Ich gehe zwar, verschwinde aber nicht einfach, sondern übernehme Verantwortung<, ist schon viel gewonnen. Konkret heißt das: der werdende Vater sollte Vorschläge äußern, wie die Arbeit, die er macht, gesichert werden kann, vor allem in den Bereichen der eigenen Kernkompetenz.

Und: wenn er eine längere Elternzeit plant, könnte er mithilfe des zukünftigen ElterngeldPlus weiterhin einen Anteil Stunden übernehmen. „Dem Chef die Sorgen darüber zu nehmen, ist wichtig – auch für einen selber“, erklärt Hans-Georg Nelles, „denn man selber verliert dann auch nicht den Anschluss und bleibt am Ball“.

Und wenn´s doch Ärger gibt

Wenn der Chef trotzdem Ärger macht, sollte man ihm Zeit lassen, sich auf die neue Situation einzustellen, rät Nelles. Das ist natürlich nur möglich, wenn der werdende Vater frühzeitig das Gespräch gesucht hat. Nur dann kann er sagen >Okay, wir reden später nochmal drüber<, sobald sich die Wogen geglättet haben.
Und wenn nichts hilft, sollte der werdende Vater die dummen Sprüche versuchen zu überhören und sich auf das bevorstehende Abenteuer Elternzeit konzentrieren.
Eine viel zu kostbare Zeit, um sie sich vermiesen zu lassen!

Quelle

9 Mai, 2014 - 14:48

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