Friends of Freshdads
Mein Sohn ist super-jungsmäßig unterwegs, vom Raufen über Star Wars bis hin zur Sammel/Tausch-Leidenschaft. Meine Tochter ist die totale Prinzessin, eine kleine Zicke und Charmeurin. Nach fünf Jahren, in denen ich Vater nur eines Jungen war (und Onkel von drei weiteren) ist das eine überraschende Abwechslung. Bisher ging der Weg aus dem Haus ungefähr so:
Bild unter CC von jocke
"Schatz, komm' zieh deine Jacke an."
"Nein."
"Doch. Komm, ein Arm, dann der andere Arm."
(Jacke angezogen)
Das war einmal. Heute spielt der Sohn, ABC-Schütze, gelangweilt mit seinen Star Wars-Karten und vertreibt sich die Zeit, während sich das hier abspielt:
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Bild unter CC von jocke
"Schatz, komm' zieh deine Jacke an."
"Nein."
"Doch. Komm, ein Arm, dann der andere Arm."
(Jacke angezogen)
Das war einmal. Heute spielt der Sohn, ABC-Schütze, gelangweilt mit seinen Star Wars-Karten und vertreibt sich die Zeit, während sich das hier abspielt:
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Nivea hat sich letztes Jahr unbeliebt gemacht mit Spots, die eine glückliche Familie ohne Papa zeigten. Viele regten sich darüber auf. In den USA hat sich Honey Maids eine Scheibe Creme abgeschnitten und auf ihre Cracker geschmiert: in "This is wholesome" zeigen sie glückliche neue Familienkonzepte. Natürlich haben sie einen Shitstorm geerntet, als sie schwule Väter zeigten. Und werden sich die Hände gerieben haben. So viel schöne Aufmerksamkeit. Wir sollten aufhören, uns von der Masche trollen zu lassen.
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Wollten wir nicht alle schon mal Schluss machen? Vom Dach springen, eine Überdosis schlucken, einen Abschiedsbrief auf dem Brückengeländer hinterlassen? Nicht? Keine Widerrede. "A Long Way Down" (Kinostart am 3.4.) basiert darauf, dass wir alle unseren Inneren Lemming persönlich kennen. Wenn nicht, dann hilft der Besuch des Films. Danach will man sich vielleicht doch aus dem Jammertal Erde befreien. Oder zumindest dem Kino.
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Hand aufs Herz: wir alle lassen unser Kinder Tablets und Smartphones verwenden. Alle mal die Hand heben, die sich schon mal gefragt haben,ob das schlau ist. Jetzt Hände wieder auf den Bildschirm zum Scrollen. Das war unsere tägliche Fitnessstunde.
Die Wahrheit ist, dass unsere Kinder mit mobilen Computern aufwachsen, so wie wir mit dem Fernsehen aufgewachsen sind. Unsere Eltern haben sich die Haare gerauft deswegen. Es hat nichts geholfen. Hat es geschadet? Uh, keine Ahnung. Es hat dem konstanten Anstieg der IQ-Werte über die Jahre keinen Abbruch getan. Aber wie wird die Zukunft der iPad-Nutzung unserer Kinder aussehen? Es gibt ein nettes Beispiel und viele dumme.
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Die Wahrheit ist, dass unsere Kinder mit mobilen Computern aufwachsen, so wie wir mit dem Fernsehen aufgewachsen sind. Unsere Eltern haben sich die Haare gerauft deswegen. Es hat nichts geholfen. Hat es geschadet? Uh, keine Ahnung. Es hat dem konstanten Anstieg der IQ-Werte über die Jahre keinen Abbruch getan. Aber wie wird die Zukunft der iPad-Nutzung unserer Kinder aussehen? Es gibt ein nettes Beispiel und viele dumme.
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Ein langgezogenes Heulen gellt durch das Haus. Doch der Protestschrei kommt nicht wie üblich von der zweijährigen Prinzessin, und auch nicht von ihrem großen Bruder. Nein, es ist paparockt selber, der frustriert vor der Küchenspüle steht. Er blickt entgeistert auf die schaumgefüllte Teigschüssel, die dort eingeweicht wird um später geputzt zu werden.
Der pinke Planet."Die war doch noch nicht ausgeleckt!"
"Stell dich nicht so an! Woher soll ich das wissen?", wehrt sich Mama.
"Ich hab extra einen Teig ohne Ei gewählt!"
"Macht euren Kuchen doch alleine", schimpft die ordnungsliebende Mutter und zieht sich aus dem Backbetrieb zurück, um von der Kommentatorenbank weiter ihren nützlichen Beitrag zu leisten. Das soll auch so sein: diese Gugelhupf-Battle ist schließlich ein Bake-Off der Väterblogger DADDYlicious, linsensicht und DerPapaOnline, organisiert und gefördert von Tschibo.
Vor dieser Herausforderung muss natürlich was besonderes in die Backröhre. Nicht nur ein Guglhupf, nein, ein Kunstwerk soll es sein. Lecker und ausdrucksstark. Bildungsfördernd natürlich auch - schließlich sind wir Helikopter-Eltern. Da muss alles immer perfekt sein.
Glitzer, den man essen kann. Perfekt.Ich bin überrascht, dass mein Laptop mir die faustdicke Lüge im letzten Satz verziehen hat und nicht spontan abgeraucht ist. Nun, dann erzähle ich jetzt die Geschichte von Mars, Phobos, Deimos und dem Todesstern.
Es begann mit dem Paket von Tschibo, dass uns die nötige Ausrüstung für unser Bake-Off verschaffte. Zu sagen dass dieser Papa von den Möglichkeiten erschlagen war, die sich boten, ist untertrieben. So viel Unsinn wie uns mit der Candy-Crush-Mühle einfällt würde alleine einen ganzen Blogpost füllen. Aber immerhin: die Kreativität war geweckt, ebenso der Neugier. Nicht nur einen Kuchen wollten wir backen, nein, ein Kunstwerk. Mein Blick fiel auf die Cupcake-Formen, die neben dem Guglhupf wie Zwerge wirkten. Ich hatte eine Idee.
Mit diesem fantastischen Set kann nichts mehr schiefgehen."Welchen Planeten willst du machen?""Mars", sagte mein Brainy."Der hat aber nur zwei Monde." Ich hielt zwei der Silikonförmchen in die Höhe.
"Und den Todesstern.""Na gut, den auch", gestand ich zu und nahm eine dritte Cupcake-Form. "Weißt du einen anderen Namen für Mars?"
"Barsoom. Und die Erde ist Cossum"."Sehr gut. Mal schauen. Wir brauchen Rot und Grau..."Wer schon mal Kuchen verziert hat weiß, dass das nicht die einfachsten Farben für eine Glasur sind. Pastelltöne sind leicht. Wir beschlossen, weiße und Zartbitterschokolade mit roter bzw. blauer Lebensmittelfarbe zu versetzen, um Mars und Todesstern gestalten zu können. Die beiden kleinen grauen Marsmonde würden wir nebenher aus beidem mischen.
Wir machten und ans Werk und mixten einen Apfelmus/Bananen-Guglhupfteig. Das Rezept findet ihr hier.
Unser Mars-Gugelhupf mit beiden Monden, fotografiert von der Sonde Curiosity.
Die Mondlandung ist gefälscht, der Mars auch.Nachdem wir das Rühren und Backen mit Bravour gemeistert hatten (die Prinzessin mit ihren zwei Jahren war hoch interessiert und wir hatten alle Hände voll zu tun, ihren Enthusiamus in nutzbringende Bahnen zu lenken), kam der spaßigste Part: die Dekoration. Es galt, den Mars möglichst originalgetreu nachzubilden. Doch es zeigte sich, dass Rot einfach keine Kuchenfarbe ist.
Wir brachten nur ein hübsches Rosa zustande, aber daran freute sich unsere Pinkfetischistin um so mehr. Im Rahmen dieser leichten Farbverzerrung kamen wir unserer künstlerischen Intention aber sehr nahe, wie diese Bilder beweisen:
Der Rote Planet.Vom Original kaum zu unterscheiden. Das Loch in der Mitte verrät die Nachbildung
Vor allem die Nahaufnahmen der Oberfläche sind überzeugend:
Die Marsoberfläche wie sie Pathfinder sieht.Unsere Marsoberfläche - täuschend ähnlich, oder?
Das happy End: wir essen den Kuchen.Die Schokolade war noch nicht trocken, da konnten wir uns schon nicht mehr zurückhalten und haben unseren Apfel/Banane-Guglhupf angeschnitten und verspeist. Auch einer der Monde musste dran glauben. "Die Banane hätt's nicht gebraucht", meinte Mama, blieb mit ihrer Meinung aber allein. Der Cupcake-Mond war ein bisschen zu knusprig, das nächste Mal nehmen wir die kleinen Stücke nach der Hälfte der Zeit raus.
Wir haben es keine 5 Minuten lang ausgehalten,
nach der Fertigstellung nicht zuzuschlagen.Insgesamt hat der Mars keine 48 Stunden lang überlebt - Omas, Opas, Tanten und Onkel haben alle fleißig und mit Begeisterung geholfen, unseren Erfolg beim Backen zu bestätigen. Jetzt ist es an euch, liebe Leser, uns auch beim Tschibo Gugelhupf-Battle auszuzeichnen. Läuft euch bei dem Bildern oben nicht das Wasser im Munde zusammen?
Bilder des Mars von der NASA.
Der pinke Planet."Die war doch noch nicht ausgeleckt!"
"Stell dich nicht so an! Woher soll ich das wissen?", wehrt sich Mama.
"Ich hab extra einen Teig ohne Ei gewählt!"
"Macht euren Kuchen doch alleine", schimpft die ordnungsliebende Mutter und zieht sich aus dem Backbetrieb zurück, um von der Kommentatorenbank weiter ihren nützlichen Beitrag zu leisten. Das soll auch so sein: diese Gugelhupf-Battle ist schließlich ein Bake-Off der Väterblogger DADDYlicious, linsensicht und DerPapaOnline, organisiert und gefördert von Tschibo.
Vor dieser Herausforderung muss natürlich was besonderes in die Backröhre. Nicht nur ein Guglhupf, nein, ein Kunstwerk soll es sein. Lecker und ausdrucksstark. Bildungsfördernd natürlich auch - schließlich sind wir Helikopter-Eltern. Da muss alles immer perfekt sein.
Glitzer, den man essen kann. Perfekt.Ich bin überrascht, dass mein Laptop mir die faustdicke Lüge im letzten Satz verziehen hat und nicht spontan abgeraucht ist. Nun, dann erzähle ich jetzt die Geschichte von Mars, Phobos, Deimos und dem Todesstern.
Es begann mit dem Paket von Tschibo, dass uns die nötige Ausrüstung für unser Bake-Off verschaffte. Zu sagen dass dieser Papa von den Möglichkeiten erschlagen war, die sich boten, ist untertrieben. So viel Unsinn wie uns mit der Candy-Crush-Mühle einfällt würde alleine einen ganzen Blogpost füllen. Aber immerhin: die Kreativität war geweckt, ebenso der Neugier. Nicht nur einen Kuchen wollten wir backen, nein, ein Kunstwerk. Mein Blick fiel auf die Cupcake-Formen, die neben dem Guglhupf wie Zwerge wirkten. Ich hatte eine Idee.
Mit diesem fantastischen Set kann nichts mehr schiefgehen."Welchen Planeten willst du machen?""Mars", sagte mein Brainy."Der hat aber nur zwei Monde." Ich hielt zwei der Silikonförmchen in die Höhe.
"Und den Todesstern.""Na gut, den auch", gestand ich zu und nahm eine dritte Cupcake-Form. "Weißt du einen anderen Namen für Mars?"
"Barsoom. Und die Erde ist Cossum"."Sehr gut. Mal schauen. Wir brauchen Rot und Grau..."Wer schon mal Kuchen verziert hat weiß, dass das nicht die einfachsten Farben für eine Glasur sind. Pastelltöne sind leicht. Wir beschlossen, weiße und Zartbitterschokolade mit roter bzw. blauer Lebensmittelfarbe zu versetzen, um Mars und Todesstern gestalten zu können. Die beiden kleinen grauen Marsmonde würden wir nebenher aus beidem mischen.
Wir machten und ans Werk und mixten einen Apfelmus/Bananen-Guglhupfteig. Das Rezept findet ihr hier.
Unser Mars-Gugelhupf mit beiden Monden, fotografiert von der Sonde Curiosity.
Die Mondlandung ist gefälscht, der Mars auch.Nachdem wir das Rühren und Backen mit Bravour gemeistert hatten (die Prinzessin mit ihren zwei Jahren war hoch interessiert und wir hatten alle Hände voll zu tun, ihren Enthusiamus in nutzbringende Bahnen zu lenken), kam der spaßigste Part: die Dekoration. Es galt, den Mars möglichst originalgetreu nachzubilden. Doch es zeigte sich, dass Rot einfach keine Kuchenfarbe ist.
Wir brachten nur ein hübsches Rosa zustande, aber daran freute sich unsere Pinkfetischistin um so mehr. Im Rahmen dieser leichten Farbverzerrung kamen wir unserer künstlerischen Intention aber sehr nahe, wie diese Bilder beweisen:
Der Rote Planet.Vom Original kaum zu unterscheiden. Das Loch in der Mitte verrät die Nachbildung
Vor allem die Nahaufnahmen der Oberfläche sind überzeugend:
Die Marsoberfläche wie sie Pathfinder sieht.Unsere Marsoberfläche - täuschend ähnlich, oder?
Das happy End: wir essen den Kuchen.Die Schokolade war noch nicht trocken, da konnten wir uns schon nicht mehr zurückhalten und haben unseren Apfel/Banane-Guglhupf angeschnitten und verspeist. Auch einer der Monde musste dran glauben. "Die Banane hätt's nicht gebraucht", meinte Mama, blieb mit ihrer Meinung aber allein. Der Cupcake-Mond war ein bisschen zu knusprig, das nächste Mal nehmen wir die kleinen Stücke nach der Hälfte der Zeit raus.
Wir haben es keine 5 Minuten lang ausgehalten,
nach der Fertigstellung nicht zuzuschlagen.Insgesamt hat der Mars keine 48 Stunden lang überlebt - Omas, Opas, Tanten und Onkel haben alle fleißig und mit Begeisterung geholfen, unseren Erfolg beim Backen zu bestätigen. Jetzt ist es an euch, liebe Leser, uns auch beim Tschibo Gugelhupf-Battle auszuzeichnen. Läuft euch bei dem Bildern oben nicht das Wasser im Munde zusammen?
Bilder des Mars von der NASA.
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Es gibt Geschichten im Leben, die weder in Literatur noch im Kino so eindringlich geschildert werden könnten. Wenn wir ihnen begegnen, stoßen sie uns vor den Kopf. Mich bringt eine lapidare Nachricht meines Jugend- und Musikerfreundes ins tiefste Grübeln über mein Leben, meine Rolle als Vater und wie viel Glück ich habe.
Die Nachricht war "ich fang jetzt meine Chemo an".
Isis beklagt Osiris. Bild von RamaMänner sind komisch. Sogar als Mann sehe ich das ein. Ich kenne Jan seit 25 Jahren, wir haben in mehreren Bands Musik gemacht, als Teens zusammen gesoffen, zusammengehalten wenn die größeren Teens ihn verprügeln wollten (wir sind beide eher klein und deswegen immer Außenseiter gewesen). Vielleicht ist es logisch, dass er sich an mich wendet wenn er Angst hat. Aber warum dann in einem Nebensatz zwischen Geschichten von seiner Renovierung und der Frage welche Band besonders cool ist?
Jan hat eine tödliche Art von Krebs, uns weiß das schon seit Jahren. Die Therapie ist eine Verzweiflungstat, die Prognosen sind schlecht. Vergangenes Jahr hat er sich verlobt, die beiden erwarten jetzt eine Tochter. Ob sie sich je an ihn erinnern wird ist nicht sicher. Wenn einem diese tragischen Umstände bekannt vorkommen, dann vielleicht aus dem Film "My Life", in dem ein todgeweihter Vater seinem Sohn Videobotschaften aufnimmt.
Jetzt verstehe ich auch, warum seine Verlobte bei seinem öffentlichen Antrag so emotional reagiert hat. Nicht, dass der Anlass nicht Emotionen hervorruft, aber irgendwas schien mir komisch an ihrer Art; zu melancholisch und gleichzeitig aufgedreht. Ich kann mir nicht vorstellen, wie sie sich jetzt fühlen muss - die ersten Wochen mit Baby sind turbulent genug, und dann noch einen zweiten Menschen zu haben der Trost und Unterstützung braucht ist sicherlich eine erschreckende Vorstellung. Ganz zu schweigen von der Angst, dass es auf einmal nur noch einer ist. Wenn dann das Baby erst mal da ist, kommen die Ängste ganz von selbst, dass ihm etwas passieren könnte. Ich wünschte ich wäre ihr nah genug, um helfen zu können, aber ich muss hoffen dass sie jemand hat, der sie begleitet.
Während mir die Sonne auf den Schreibtisch scheint, meine Kinder in Krippe und Schule ihren Spaß haben, Omas und Opas sich bereit machen sie abzuholen und die ganze Familie als glücklicher Haufen ihre kleinen und großen Problemchen durchlebt, wird mir einmal mehr klar wie viel Glück ich habe. Ich wünschte mir nur, dass ich es mit Jan teilen könnte.
Die Nachricht war "ich fang jetzt meine Chemo an".
Isis beklagt Osiris. Bild von RamaMänner sind komisch. Sogar als Mann sehe ich das ein. Ich kenne Jan seit 25 Jahren, wir haben in mehreren Bands Musik gemacht, als Teens zusammen gesoffen, zusammengehalten wenn die größeren Teens ihn verprügeln wollten (wir sind beide eher klein und deswegen immer Außenseiter gewesen). Vielleicht ist es logisch, dass er sich an mich wendet wenn er Angst hat. Aber warum dann in einem Nebensatz zwischen Geschichten von seiner Renovierung und der Frage welche Band besonders cool ist?
Jan hat eine tödliche Art von Krebs, uns weiß das schon seit Jahren. Die Therapie ist eine Verzweiflungstat, die Prognosen sind schlecht. Vergangenes Jahr hat er sich verlobt, die beiden erwarten jetzt eine Tochter. Ob sie sich je an ihn erinnern wird ist nicht sicher. Wenn einem diese tragischen Umstände bekannt vorkommen, dann vielleicht aus dem Film "My Life", in dem ein todgeweihter Vater seinem Sohn Videobotschaften aufnimmt.
Jetzt verstehe ich auch, warum seine Verlobte bei seinem öffentlichen Antrag so emotional reagiert hat. Nicht, dass der Anlass nicht Emotionen hervorruft, aber irgendwas schien mir komisch an ihrer Art; zu melancholisch und gleichzeitig aufgedreht. Ich kann mir nicht vorstellen, wie sie sich jetzt fühlen muss - die ersten Wochen mit Baby sind turbulent genug, und dann noch einen zweiten Menschen zu haben der Trost und Unterstützung braucht ist sicherlich eine erschreckende Vorstellung. Ganz zu schweigen von der Angst, dass es auf einmal nur noch einer ist. Wenn dann das Baby erst mal da ist, kommen die Ängste ganz von selbst, dass ihm etwas passieren könnte. Ich wünschte ich wäre ihr nah genug, um helfen zu können, aber ich muss hoffen dass sie jemand hat, der sie begleitet.
Während mir die Sonne auf den Schreibtisch scheint, meine Kinder in Krippe und Schule ihren Spaß haben, Omas und Opas sich bereit machen sie abzuholen und die ganze Familie als glücklicher Haufen ihre kleinen und großen Problemchen durchlebt, wird mir einmal mehr klar wie viel Glück ich habe. Ich wünschte mir nur, dass ich es mit Jan teilen könnte.
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Ein Fragment. Hier fehlt wirklich was.Ich muss aufpassen: für ein paar Tage bin ich fast zum alten Mann geworden, zum echten Erwachsenen. Ich wollte über die unnütze Jugend schimpfen und über ihren Sprachgebrauch. Zum Glück habe ich mich ertappt, gelächelt und nach dem drölften Anlauf nicht auf meines Sohnes Frage "Kann ich die Butter?" gewitzelt "Was - stampfen, wegbingen, dich reinsetzen?". Andere tun sich damit schwer. Ich fühle mich verjüngt. Aber irgendwie schmutzig. Arme Verben, einfach so aus der Frage verbannt. Aber die Wahrheit ist: sie sind hier überflüssig. Ich war nur zu verkalkt, das einzusehen.
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Ich habe ein Bisschen Angst vor dem Sommer. Ich glaube er wird ziemlich rabiat. Das liegt einerseits daran, dass meine Kleine in die Terrible Twos kommt - das gewaltätigste Alter im menschlichen Leben. Zweitens ist ihr großer Bruder ein rauflustiger Erstklässler (siehe ein paar Überlegungen ob man das akzeptieren muss oder nicht hier.) Drittens ist eines unserer Nachbarskinder gerade in einer schwierigen Phase. Er ist groß gewachsen für sein Alter, aber nicht sehr entwickelt. Er erfindet noch mal ein Dutzend "Gründe, warum mein Kind ausflippt". Das kann hässlich enden. Und im Sommer ist die ganze Nachbarschaft eine sehr schöne, offene Spielwiese. Ein Dutzend Kinder, 200 Quadratmeter Gärten, Familien die sich ausgesprochen gut verstehen. Ich seh mich schon mit gespitzten Ohren im Garten stehen, nervös lauschend aus welcher Richtung der nächste Zornesschrei kommt.
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Viele Väter sind irritiert über den Nive-Weihnachtsspot. Sehr deutlich zeigt der die Adventsvorbereitungen einer Familie, die ein deutliches vaterförmiges Loch ausweist. Es gibt einen "Onkel" (und täusche ich mich oder bringt der junge Sprecher es fertig, hier Luft-Anführungsstriche zu intonieren?), es gibt einen kopflosen Mann, der am Haus vorbei läuft es gibt Oma und Opa. Dem Kind gehts prima, es ist wunschlos glücklich. Ist das Grund zur Aufregung? Ich denke, man kann Nivea abscheuliche emotionelle Manipulation vorwerfen - aber nicht erst seit "Weihnachten", und nicht nur an Vätern.
Drei Punkte vorweg: Nivea macht hier nichts aus versehen. Jede Sekunde hier wurde bestimmt stundenlang von Marketing- und Werbeverantwortlichen diskutiert. Jedes Argument empörter Väter wurde vorhergesehen.
Es ist auch kein Zufall, dass der Vater in der Geschichte fehlt, der Spot macht das mehr als deutlich: der Fokus auf den "Onkel" zum einen, dann die gerade neckische Ankündigung "Aber am allermeisten freue ich mich auf [Kunstpause]", gefolgt von "Oma und Opa".
Nivea will auch nicht Politik machen. Eine Firma hat nur einen Zweck; Geld verdienen. Dieser Spot dient nur dem, nichts anderem (und sei es auch indirekt über gesteigerte Aufmerksamkeit.).
Was also soll das? Folgt das Happy End mit Papa im nächsten Spot, und die Firma grinst uns an und meint "War doch nur ein Spaß"? Also eine Aufregungs-Aktion um virales Marketing zu betreiben? Möglich, aber wenn dem so ist, dann ist es eine verlogene Kiste. Dieser Spot macht so deutlich wie es geht, dass Kind uns Mutter zu zweit froh und glücklich sind. Der Vater fehlt nicht. Jeder Spot, der im nächsten Akt anderes erzählt, ist ein Akt der Verlogenheit. Die Firma hat eine Aussage getroffen, von der sie nicht mehr weg kann. Sie muss sich auch keine Sorgen wegen der Reaktion machen. Die einzigen, die sich genügend empören um etwa einen Boykott zu fordern, sind Männern. Die dürften ungefähr 2 Prozent der kaufentscheidenden Zielgruppen ausmachen. Lasst sie streiken, werden sich die Werbefachleute gesagt haben. Juckt uns nicht. Die EInkaufsliste schreibt immer noch Mama.
Aber ist das Dargestellte denn so schlimm? Alleinerziehende Eltern (Mütter oder Väter) müssen sich für nichts schämen. Sie sind zunehmend die Regel. Sie lieben und kümmern sich um ihre Kinder kein Stück weniger. Der kleine Junge hier hat völlig Recht, sich zu freuen, denn offenbar lebt er in einem Märchenland. Ich kenne kein Kind, dass so fleckenfrei bleibt. In einer so aufgeräumten Wohnung. Mit so gut angezogenen Leuten ohne Ringe unter den Augen. In einer so toll eingerichteten Wohnung. Wahrscheinlich sind das gar keine echten Menschen, sondern getarnte Aliens. Wer weiß schon, was bei denen normal ist. Vielleicht vermehren die sich durch Zellteilung und brauchen gar keine Eltern.
Also, kurzes Zwischenfazit. Ja, Nivea pöbelt rum und tritt einigen Männern auf den Schlips. Ja, das ist Absicht. Nein, im Grunde behauptet die Firma nichts Schlimmes. Trotzdem fette Minuspunkte für manipulatives, unehrliches Verhalten.
Das ist bei denen nichts Neues. Den Vogel abgeschossen haben sie meiner Meinung nach im April zum Muttertag. "Mama" heißt ein Spot, der ein identisches blondes Ich-Erzähler-Kind zeigt, dass aus dem Alltag mit der Mutter erzählt. Auch hier kein Vater in Sicht, was aber im Rahmen des Themas völlig OK ist. Der Spot ist unglaublich gut gemacht. Wem hier nicht das Wasser in die Augen schießt, der hat nie Kinder gehabt. Jedes Register des Beschützerinstinkts wird gezogen, jede unserer Gefühle unserem Kind gegenüber ausgenutzt.
Und das ist die echte Schweinerei. Wieso erlauben wir es einer Firma, diese Emotionen (die teils hormonell bestimmt sind und die entscheidend sind für gute Eltern und glückliche Kinder) so auszunutzen? Wie erwähnt: der einzige Daseinszweck der Firma ist es, Geld zu verdienen (und daran ist erstmal nichts falsch). Schön. Aber nicht auf so eine dreckige Art und Weise. Wenn uns ein Mensch emotional so ausnutzen würde, wir würden ihm einen Tritt zur Tür hinaus geben (was vielleicht zur Alleinerziehenden von oben führt). Nivea hat nichts anderes verdient.
Ach, und so nebenbei: Nivea ist Teil der Beiersdorf AG, deren zweites Standbein Tesa ist und die zu großen Teilen im Besitz von Tchibo ist. Just sayin', falls sich jemand genug empört um zu boykottieren.
Drei Punkte vorweg: Nivea macht hier nichts aus versehen. Jede Sekunde hier wurde bestimmt stundenlang von Marketing- und Werbeverantwortlichen diskutiert. Jedes Argument empörter Väter wurde vorhergesehen.
Es ist auch kein Zufall, dass der Vater in der Geschichte fehlt, der Spot macht das mehr als deutlich: der Fokus auf den "Onkel" zum einen, dann die gerade neckische Ankündigung "Aber am allermeisten freue ich mich auf [Kunstpause]", gefolgt von "Oma und Opa".
Nivea will auch nicht Politik machen. Eine Firma hat nur einen Zweck; Geld verdienen. Dieser Spot dient nur dem, nichts anderem (und sei es auch indirekt über gesteigerte Aufmerksamkeit.).
Was also soll das? Folgt das Happy End mit Papa im nächsten Spot, und die Firma grinst uns an und meint "War doch nur ein Spaß"? Also eine Aufregungs-Aktion um virales Marketing zu betreiben? Möglich, aber wenn dem so ist, dann ist es eine verlogene Kiste. Dieser Spot macht so deutlich wie es geht, dass Kind uns Mutter zu zweit froh und glücklich sind. Der Vater fehlt nicht. Jeder Spot, der im nächsten Akt anderes erzählt, ist ein Akt der Verlogenheit. Die Firma hat eine Aussage getroffen, von der sie nicht mehr weg kann. Sie muss sich auch keine Sorgen wegen der Reaktion machen. Die einzigen, die sich genügend empören um etwa einen Boykott zu fordern, sind Männern. Die dürften ungefähr 2 Prozent der kaufentscheidenden Zielgruppen ausmachen. Lasst sie streiken, werden sich die Werbefachleute gesagt haben. Juckt uns nicht. Die EInkaufsliste schreibt immer noch Mama.
Aber ist das Dargestellte denn so schlimm? Alleinerziehende Eltern (Mütter oder Väter) müssen sich für nichts schämen. Sie sind zunehmend die Regel. Sie lieben und kümmern sich um ihre Kinder kein Stück weniger. Der kleine Junge hier hat völlig Recht, sich zu freuen, denn offenbar lebt er in einem Märchenland. Ich kenne kein Kind, dass so fleckenfrei bleibt. In einer so aufgeräumten Wohnung. Mit so gut angezogenen Leuten ohne Ringe unter den Augen. In einer so toll eingerichteten Wohnung. Wahrscheinlich sind das gar keine echten Menschen, sondern getarnte Aliens. Wer weiß schon, was bei denen normal ist. Vielleicht vermehren die sich durch Zellteilung und brauchen gar keine Eltern.
Also, kurzes Zwischenfazit. Ja, Nivea pöbelt rum und tritt einigen Männern auf den Schlips. Ja, das ist Absicht. Nein, im Grunde behauptet die Firma nichts Schlimmes. Trotzdem fette Minuspunkte für manipulatives, unehrliches Verhalten.
Das ist bei denen nichts Neues. Den Vogel abgeschossen haben sie meiner Meinung nach im April zum Muttertag. "Mama" heißt ein Spot, der ein identisches blondes Ich-Erzähler-Kind zeigt, dass aus dem Alltag mit der Mutter erzählt. Auch hier kein Vater in Sicht, was aber im Rahmen des Themas völlig OK ist. Der Spot ist unglaublich gut gemacht. Wem hier nicht das Wasser in die Augen schießt, der hat nie Kinder gehabt. Jedes Register des Beschützerinstinkts wird gezogen, jede unserer Gefühle unserem Kind gegenüber ausgenutzt.
Und das ist die echte Schweinerei. Wieso erlauben wir es einer Firma, diese Emotionen (die teils hormonell bestimmt sind und die entscheidend sind für gute Eltern und glückliche Kinder) so auszunutzen? Wie erwähnt: der einzige Daseinszweck der Firma ist es, Geld zu verdienen (und daran ist erstmal nichts falsch). Schön. Aber nicht auf so eine dreckige Art und Weise. Wenn uns ein Mensch emotional so ausnutzen würde, wir würden ihm einen Tritt zur Tür hinaus geben (was vielleicht zur Alleinerziehenden von oben führt). Nivea hat nichts anderes verdient.
Ach, und so nebenbei: Nivea ist Teil der Beiersdorf AG, deren zweites Standbein Tesa ist und die zu großen Teilen im Besitz von Tchibo ist. Just sayin', falls sich jemand genug empört um zu boykottieren.
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Nicht der Nikolaus und ein Engel, sondern
Knecht Ruprecht und das ChristkindWeihnachten naht, und damit eine perfekte Gelegenheit, einen fast unausweichlichen Faux Pas des Elternseins zu begehen. Wir beschenken unsere Kinder ungleich. Es geht ja kaum anders - die Kleinen sind ungleich alt, haben unterschiedliche Interessen, Bedürfnisse und Wünsche. Ein Stück weit spielt hinein, dass wir strategisch schenken, etwa mit Büchern einem lesefaulen Schulkind auf den Geschmack bringen oder mit Sportgerät einem Stubenhocker Gründe zur Bewegung liefern. Aus diesen Unterschieden ergibt sich ein Spielraum, was wir welchem Kind geben, und ich glaube nicht, dass es je einen Vater oder eine Mutter in der Geschichte der Menschheit geschafft hat, nicht dem einen Kind mehr zu geben als dem anderen.
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Knecht Ruprecht und das ChristkindWeihnachten naht, und damit eine perfekte Gelegenheit, einen fast unausweichlichen Faux Pas des Elternseins zu begehen. Wir beschenken unsere Kinder ungleich. Es geht ja kaum anders - die Kleinen sind ungleich alt, haben unterschiedliche Interessen, Bedürfnisse und Wünsche. Ein Stück weit spielt hinein, dass wir strategisch schenken, etwa mit Büchern einem lesefaulen Schulkind auf den Geschmack bringen oder mit Sportgerät einem Stubenhocker Gründe zur Bewegung liefern. Aus diesen Unterschieden ergibt sich ein Spielraum, was wir welchem Kind geben, und ich glaube nicht, dass es je einen Vater oder eine Mutter in der Geschichte der Menschheit geschafft hat, nicht dem einen Kind mehr zu geben als dem anderen.
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