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Kinderfreunde starten Integrations-Vorzeigeprojekt "Nightingale"

Integration ist keine Einbahnstraße, das zeigt auch ein neues Projekt des Schulkompetenzzentrums der Österreichischen Kinderfreunde: SchülerInnen mit Migrationshintergrund, die erst kurz in Österreich sind, sollen ein halbes Jahr lang einen Nachmittag lang pro Woche von SprachstudentInnen in der Freizeit begleitet werden, um so ihr Selbstvertrauen zu stärken und mit der österreichischen Kultur und unserem Bildungssystem vertrauter zu machen.

Ein/e Mentor/in, die den höchstmöglichen Bildungsabschluss anstrebt (Studierende) - soll die/den Mentee (SchülerInnen der Volksschule Kleine Sperlgasse) motivieren, sich anzustrengen, die deutsche Sprache zu lernen und mit der neuen Umgebung vertraut zu werden. "Die Studierenden unternehmen Ausflüge im Stadtteil mit ihren Mentees, besuchen Museen und Ausstellungen sowie interessante Plätze in ganz Wien und verbringen ihre Freizeit mit den Kindern. Dabei stehen sie für alle Fragen der Kinder zur Verfügung.", erklärt Günther Leeb, Projektleiter der Österreichischen Kinderfreunde das Projekt. Ohne Lern- und Leistungsdruck würden sie den Kindern die österreichische Kultur näher bringen und ihnen helfen, mit ihrer Migrationserfahrung besser zurechtzukommen. Auch ein reger Kontakt mit den Eltern oder Verwandten sei erwünscht und Teil des Programms.

"Nightingale ist kein Nachhilfe oder Lernhilfeprogramm. Auch die Hausübung zu erledigen ist nicht Ziel des Projekts. Vielmehr sollen die Studierenden zu den Mentees eine freundschaftliche, wertschätzende, unterstützende Beziehung aufbauen, die den Kindern hilft, zu den Institutionen und Einrichtungen in Österreich Vertrauen zu fassen und diese zu verstehen.", so Leeb. Den Eltern solle dabei die Bedeutung von Bildung als Schlüssel für zukünftige Lebenschancen vermittelt werden. Umgekehrt erhalten die Student/innen, die dieses Mentoring als Praktikum innerhalb ihres Studiums absolvieren, einen tiefen Einblick in die Kultur der Zuwandererfamilien.

"Nightingale-Mentoring" ist ein europaweites Netzwerk, da aus einem Leonardo-Projekt hervorging. Dreizehn Universitäten und Schulen in sieben europäischen Ländern (S, N, SF, D, A, E, CH) sind an dem von der Uni Malmö koordinierten Netzwerk beteiligt, an der PH Linz gibt es ein ähnliches Projekt seit 2004. Projektpartner des Schulkompetenzzentrums der Österreichischen Kinderfreunde ist die Volksschule in der Kleinen Sperlgasse im 2. Bezirk in Wien, die Studierenden kommen von der Universität Wien, vom Institut für Germanistik, Abteilung "Deutsch als Fremdsprache/Zweitsprache". Die Studierenden absolvieren mit dem Projekt ein anerkanntes Praktikum und haben zugleich die Möglichkeit, den kulturellen Hintergrund ihres Mentees und dessen Familie kennen zu lernen.

Quelle: ots

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