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Lärm und seine Auswirkungen

Einmal jährlich findet der internationale Tag gegen Lärm statt, meist ist dieser Tag Ende April. Lärm betrifft uns alle und gerade Eltern sollten sich bewusst mit diesem Thema beschäftigen, da Lärm sehr viele negative Folgen auf die Gesundheit hat. 

Über 12 Prozent der Kinder von 8 bis 14 Jahren sind auf mindestens einem Ohr oder bei mindestens einem Ton von Hörverlust von mehr als 20 Dezibel betroffen, das ist ein Ergebnis des Kinder-Umwelt-Surveys, der vom Umweltbundesamt in Deutschland von 2003 bis 2006 durchgeführt wurde. Eine häufige Ursache dafür ist die Lärmbelastung, der die Kinder in ihrer Umwelt ausgesetzt sind. Dass Lärm negative Folgen für die Hörleistung hat, dürfte bekannt sein. Lärm kann aber auch weitere negative Folgen auf den gesamten Organismus haben. Das tückische an Hörschäden ist, dass sie meist erst spät bemerkt werden, oft auch erst, wenn man dagegen nichts mehr tun kann. Deshalb sollten Eltern darauf achten, dass ihr Kind vor Lärm bestmöglich geschützt wird.

Besonders wichtig für die gesunde Entwicklung eines Kindes ist ein erholsamer Schlaf. Das Kinderzimmer sollte nach Möglichkeit keine Lärmbeeinträchtigung haben. Gerade in der Stadt sind Wohnungen auch von nächtlichem Verkehrslärm betroffen. Dieser kann den Schlaf erheblich stören und somit negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Als Lärm bezeichnet man Geräusche (Schall), die durch ihre Lautstärke für den Menschen störend, gesundheitsschädigend und belastend wirken. Als Maßeinheit für den Schalldruckpegel wird Dezibel (dB)A verwendet. Wirklich gefährlich wird es bei Dauerschalleinwirkungen ab 85 Dezibel. Bei Dauerlärm dieser Stärke, muss man mit der Entwicklung von Schwerhörigkeit rechnen. Sehr hohe Risiken bestehen auch bei kurzen aber sehr lauten Geräuschen (Knalle, Feuerwerkskörper, Explosionen), wenn der Schalldruckpegel über 120 dB(A) liegt. Das kann ein akutes Schalltrauma zur Folge haben.

Damit man sich besser orientieren kann, hier einige Werte:

  • Umgebungsgeräusche in der Natur ohne Straßenlärm etwa 20 bis 30 dB(A)
  • Normale Unterhaltung 50 bis 60 dB(A)
  • Starker Verkehr am Straßenrand etwa 80 dB(A)
  • Konzerte, Diskotheken, Presslufthammer bis zu 120 dB(A) und höher, wenn man direkt daneben steht

Mögliche Folgen von Lärmeinwirkungen:

  • Hörschäden, Schmerzen, Tinnitus
  • Schlafstörungen
  • Negative Beeinträchtigung von Sprache und Kommunikation
  • Störung des Haushalts von Stresshormonen
  • Veränderungen im sozialen Verhalten (erhöhte Aggressivität, Hilflosigkeit)
  • Auswirkung auf die Gesundheit (hoher Blutdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinfarkt, Magengeschwüre)
  • Vermindertes körperliches und geistiges Leistungsvermögen
  • Erhöhtes Unfallrisiko, da man Warnsignale nicht so leicht hört

Tipps um unnötigen Lärm zu vermeiden:

  • Eltern sollten bei der Anschaffung von Spielzeug die Lärmbelastung, die dadurch entsteht, berücksichtigen und sich für leisere Varianten entscheiden.
  • Öfter mal die Freizeit mit dem Kind in lärmarmer Umgebung verbringen.
  • Fernseher und Radio maximal in Zimmerlautstärke. Zudem sollte man vermeiden, dass man sich an Hintergrundgeräusche gewöhnt und TV, Radio nicht ständig laufen haben.
  • Musikhören mit Kopfhörern gehört zum Alltag von Jugendlichen und vielen Erwachsenen. Die Lautstärke sollte man nicht voll aufdrehen.
  • Bei Veranstaltungen wie Konzerten und ähnlichem sollte man Ohrstöpsel mitnehmen und diese bei sehr lauter Lautstärke auch benutzen.
  • Für erholsamen und ungestörten Schlaf sorgen (geschlossene Fenster bei Lärmbeeinträchtigung durch die Straße, schalldichte Fenster).

Weiterführende Informationen:

Tag gegen Lärm

Kostenlose Infobroschüre Lärm

 

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