Magazin

Wenig Verständnis für Kinder - nur noch Oasen

Ein interessanter Kommentar von Brigitta Stauber-Klein der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung fokussiert das gesellschaftliche Problem, der immer weiter fortschreitenden Abgrenzung von Menschen. Dieses Phänomen ist gerade in Städten verstärkt erkennbar.

Wohl jeder kennt Menschen, die selbst keine Kinder haben und auch keine Kinder wollen. "Kinder sind laut, nerven und stressen" eine Meinung einer 34-jährigen alleinstehenden Frau. Anscheinend wird von vielen Menschen vergessen, dass sie selbst auch einmal Kinder waren. Hauptsache man kann möglichst ungestört seinem eigenen Leben nachgehen.

Dass das System unserer Gesellschaft auf einem Generationenvertrag aufgebaut ist, wird dabei leicht vergessen. Es geht dabei nicht nur um die Pensionen, sondern auch um Dienstleistungen, Produkte bzw. die Wirtschaft generell, die man dann im Pensionsalter sicherlich auch mal konsumieren möchte. Doch wenn es keine Kinder bzw. junge Menschen gibt, die unsere Wirtschaft aufrechterhalten, wie kann man das dann nutzen.

Nun aber zum Kommentar von Brigitta Stauber-Klein, der uns über dieses Thema zum Nachdenken brachte: "Tyrannische Vermieter gab es schon immer. Und die griesgrämige Alte von nebenan auch. Früher waren es allerdings Kinderhorden, die sich zwischen Mehrfamilienhäusern die Bälle zukickten. Heute ist dort nichts mehr los, weil es in so manchem Wohngebiet kaum noch Kinder gibt. Obendrein grenzen sich die Generationen immer weiter voneinander ab. Hier das Familienhotel, wo Kinder mit Events von früh bis spät überhäuft werden, dort die exklusive Wellnessanlage "garantiert ohne Kinder". Hier das Restaurant, das Kindern Pizza, Pommes und Spaghetti zum Sensationspreis anbietet und Spielzeug noch dazu, dort der Italiener mit dicken Tischdecken, wo der fehlende Hochstuhl signalisiert, wer dort nichts verloren hat. Hier das Viertel der kinderreichen Multi-Kulti-Familien, dort die ruhige Wohngegend mit Senioren, die seit Jahrzehnten nicht mehr umgezogen sind. Auch wenn es noch Oasen des Miteinanders zwischen Jung und Alt gibt - der Trend zur Trennung der Generationen schreitet voran. Das mag die Urlaubsplanung erleichtern und vielleicht auch den Alltag. Doch die gegenseitige Toleranz wird weiter schwinden. Bis man nicht nur die andere Generation, sondern einfach den Nächsten nicht mehr ertragen kann".

Quelle: http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Getrennte-Generationen-id311...

 

Magazin Tags: 

Zum Verfassen von Kommentaren bitte Anmelden oder Registrieren.