Forenbeitrag

Ein Hallo aus Nürnberg

von: Matthias K.

Hallo alle zusammen :-)

ich heißte Matthias und komme aus Nürnberg. Bin durch die Hebamme meiner besten Freundin auf eure Seite gestoßen und streune hier schon seit langer Zeit herum. Ich selbst bin noch kein Papa und werde auch so schnell keiner werden, wie auch wenn keine passende Frau in Sicht ist.

Weshalb ich mich trotzdem hier angemeldet habe? Meine beste Freundin (sie ist fast wie eine Schwester für mich) hat mir im März gesagt, dass sie schwanger ist. Die Umstände waren ziemlich unpraktisch, denn die Beziehung in der das Kind entstanden ist war kurze Zeit zuvor auseinander gebrochen. Viele Fragen warfen sich auf, wie soll das alles funktionieren mit der zweiten Ausbildung, dem kleinen Zwerg im Bauch und dem Vater, der sich von ihr getrennt hatte. So hat es sich also ergeben, dass ich sie immer mal wieder zur Frauenärztin begleiten durfte und ihre Hebamme war auch immer sehr freundlich und offen zu mir. Leider kam der kleine Zwerg Anfang der 26 SSW viel zu früh auf die Welt und überlebte gerade mal 7 Stunden, jetzt heißt es damit klar kommen und versuchen das normale Leben wieder in Angriff zu nehmen, gar nicht so leicht, da die Sache jetzt erst einen Monat her ist. Nachdem ich die komplette Schwangerschaft sehr aktiv miterlebt habe und auch ein gewisses Gefühl der Verantwortung für meine beste Freundin und den Kleinen hatte, fällt es auch mir sehr schwer Abschied zu nehmen.

Ich hoffe hier einfach einige Infos mitnehmen zu können und Kontakt zu anderen Vätern oder auch "Ersatzpapas" zu knüpfen.

Grüße :-)

 

Hallo und willkommen!

Da kann sich Deine Freundin glücklich schätzen, einen solchen Freund zu haben.
Ein Kind so früh zu verlieren, gehört wohl zu den gruseligsten Dingen, die einem Menschen widerfahren können. Da kann man die Hilfe von Leuten gebrauchen, die einen verstehen.

Ist Deine Freundin selbst denn auch ein ab und zu online? Es gibt für "Sternenkinder"-Eltern auch spezielle Foren.
Wenn einem etwas so Schlimmes widerfährt, kann es sehr hilfreich sein, sich mit anderen auszutauschen, die Ähnliches erlebt haben. Dort findet man häufig eine Form von Verständnis, die auch wohlmeinende Freunde/Verwandte/Kollegen irgendwie nicht hinbekommen.

Grüße,
Andreas

 

Hallo Matthias,

Auch von mir ein willkommen bei uns. Ich finde das wirklich super, dass Du Deiner Freundin so beigestanden bist. War sicher keine leichte Zeit für sie, wenn sich der Partner in oder kurz vor der Schwangerschaft abwendet. Aber das Kind dann auch noch zu verlieren ist wirklich einer der schwersten Erfahrungen die einem wiederfahren können.
Ich darf selber gerade eine Schwangerschaft miterleben und möchte mir gar nicht ausmalen was es bedeuten würde das Kind zu verlieren. Ich denke auch, dass es in so einer schweren Zeit es wichitg ist für sie sich mit anderen Betroffenen auszutauschen - vielleicht ist es auch ratsam sich Hilfe an anderer Stelle zu suchen. Eine Gesprächstherapie mit eine ausgebildeten Psychologen kann sicher helfen mit dem Erlebten umzugehen.

Grüße,
tintifax

 

Hi Andreas, Hi Tintifax

ich weiß nicht ob ich immer die beste Hilfe war, aber ich habe mir die allergrößte Mühe gegeben. Online ist sie auch sehr viel, sie hatte Glück, dass sie eine sehr junge aber trotzdem schon erfahrene Hebamme hatte, die sie die ganze Zeit begleitet hat. Das mit den Sternenkindern hat uns die Hebamme auch empfohlen. Man merkt vor allem, dass man nicht alleine ist. Hilfe bekommt sie bereits von einem Ausgebildeten Trauerbewältiger, es scheint ihr gut zu tun, trotzdem fällt es ihr schwer darüber hinweg zu kommen. Dadurch, dass es vor allem am Anfang nicht leicht war, weil sie hin und her gerissen war zwischen Beziehungschaos und dem kleinen Krümel war es jetzt umso schlimmer, denn mittlerweile haben sich beide darauf gefreut, auch der Vater des Kindes.

Und ich gebe dir Recht, Verwandte, Kollegen und Freunde können einem in dieser Situation häufig nicht helfen. Viele meiner Freunde haben noch keine Kinder, sie haben noch nie eine Schwangerschaft miterlebt und können sich auch nicht erklären, warum ich mich so sehr auf den Kleinen gefreut habe, immerhin ist sie ja "Nur" meine beste Freundin, solche Sprüche braucht man dann dringend. Aber häufig ist es auch die Unwissenheit und auch die Unsicherheit wie man in solch einer Situation reagieren kann oder soll.

 

Grüße

Matthias

 

das was deine Freundin und auch du erlebt haben, muss echt hart sein. Es tut mir leid für euch, seitdem ich weiß, dass wir ein Kind erwarten, gibt es immer wieder auch kurz die Gedanken, dass etwas nicht gut gehen könnte und mit jedem Tag, dass das Kind länger im Bauch der Mutter ist, baut sich eine stärkere Beziehung zu dem Kleinen auf.

Finde es nicht ok, wenn sich ein werdender Vater ganz aus dem Staub macht, man muss ja nicht mit der Frau zusammen bleiben, aber zumindest sollte man in der Zeit mehr für sie da sein, auch wenn man nicht mehr zusammen ist. Schön, dass sie dich in der Zeit hatte. Wie ist es für euch beide jetzt? Könnt ihr miteinander über den Verlust reden?

Wünsche dir viel Kraft, um das Ganze gut zu verdauen, deine Freundin wird dich jetzt sicher auch brauchen.

Viele Grüße

 

 

Puh

Ja ist gar nicht so leicht, das alles zu verarbeiten und wieder in den Alltag zurück zu kehren. Es sollte ja auch so sein, dass man eine Beziehung aufbaut. Der Vater von dem Kleinen hat sich da nicht so sehr viel Mühe gegeben, im Gegenteil. Er wusste nicht was er wollte, erst lässt er sie sitzen um dann wieder angekrochen zu kommen während er noch mit seiner neuen Flamme etwas am laufen hatte. Für mich klingt das nicht sehr erwachsen und ich denke spätestens wenn man weiß, dass Kinder im Spiel sind sollte man wissen, was man wirklich will, denn die Kinder können nichts dafür, wenn die Eltern nicht mehr zusammen sein wollen oder können.

Ich bin auch "nur" ihr bester Freund und war trotzdem die ganze Zeit für sie da. Mittlerweile können wir darüber sprechen und nehmen auch die Hilfe der Hebamme in Anspruch. Es hat jetzt über einen Monat gedauert, bis wir angefangen haben die Babysachen einzupacken und erstmal in den Keller zu räumen. Man wird sehen wie es weiter geht.

Vielen Dank, ich wünsche dir, dass alles gut geht und ihr die Zeit der Schwangerschaft genießen könnt. Wisst ihr denn schon, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird? Spätestens wenn ihr das Kind in den Armen haltet sind alle Bedenken, Sorgen und Ängste die man in der Schwangerschaft hatte vergessen. Das ging mir auch so, nur kamen dann sofort die nächsten Sorgen, leider.

Liebe Grüße

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