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Gentechnik im Schoko-Nikolo

Nikolo naht und beim Einkaufen greift man schnell mal zu einem hübschen Schoko-Nikolo, einer bekannten Firma, der einem ins Auge sticht. Es geht um Kinderprodukte und wohl kaum jemand liest sich die Inhaltsstoffe des gewählten Produktes durch.

Aber man sollte darauf achten, sofern man keine schädlichen Zusatzstoffe und Milchpulver von Kühen, die mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert wurden, als Zutaten des Schoko-Nikolos haben möchte. 

Der Greenpeace-Einkaufsratgeber marktcheck.at hat Schokolade-Nikolos genauer unter die Lupe genommen. Dabei stellte sich heraus, dass von all den untersuchten Produkten nur drei sowohl fair als auch umwelt- und tierfreundlich hergestellt wurden, nämlich zwei aus dem Hause Zotter und eines von EZA. Die Waren der großen Schokolade-Produzenten - wie etwa Milka, Lindt, Hauswirth, Ferrero, Hofbauer, Nestle, Riegelein, Manner oder Heindl - schnitten bei den drei Kriterien Ökologie, Soziales und Tierschutz hingegen zumeist nur "kritisch" oder "ungenügend" ab.

Mitarbeiter/innen von marktcheck.at untersuchten die Nikolo-Schokoladen in den letzten Wochen auf Umweltfreundlichkeit (Inhaltsstoffe, Transport, Verpackung, Gentechnik), artgerechte Tierhaltung und soziale Aspekte: Zahlreiche Firmen verarbeiten für die Produktion der Schokolade Trockenmilchpulver von Kühen, die mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert wurden. "Neunzig Prozent der Österreicher lehnen Gentechnik in Lebensmitteln strikt ab, weshalb die österreichische Trinkmilch zu achtzig Prozent
gentechnikfrei ist. Obwohl Unternehmen wie Milka, Lindt oder Nestle das Problem seit Jahren kennen, setzen sie immer noch auf Milchpulver, das mit Gentech-Tierfutter hergestellt wird", kritisiert die Greenpeace-Konsumentensprecherin Claudia Sprinz das Vorgehen dieser großen Firmen.

Zusätzlich werden in den Schoko-Nikoloprodukten der Marken Hauswirth, KitKat, Smarties und Riegelein problematische Inhaltsstoffe verarbeitet, die das Konservierungsmittel Polyglycerin-Polyricinoleat bzw. E 476 enthalten. Dieses hat bei Tierversuchen in höheren Dosen zu Nieren- und Lebervergrößerungen
geführt und kann zudem die Durchlässigkeit der Darmwand beeinträchtigen. Die empfohlene tägliche Höchstmenge wird nun aber - gerade von Kindern in der Adventzeit - wohl immer wieder einmal leicht überschritten werden. Schokobananen-Krampus und -Nikolo der Firma Hauswirth enthalten wiederum den Farbstoff Chinolingelb oder E 104, der an der Ausbildung des hyperkinetischen Syndroms beteiligt sein kann. E 104 ist in den USA verboten und muss ab 2010 auch in der Europäischen Union mit "kann bei Kindern Aktivität und Aufmerksamkeit beeinträchtigen" gekennzeichnet werden.

"Es ist mir ein Rätsel, was solche Substanzen in Produkten verloren haben, die vorwiegend für Kinder gedacht sind. Bewussten Konsumenten rate ich dringend, diese Süßigkeiten im Regal stehen zu lassen und sich stattdessen für faire Bioschokolade zu entscheiden", empfiehlt Claudia Sprinz den Konsumenten abschließend.

Eine detaillierte Bewertung aller untersuchten Schokolade-Nikolos findet sich auf www.marktcheck.greenpeace.at/nikolo

(OTS)



 

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