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Kinderwerte Monitor 2010: Freundschaft und Familie sind die wichtigsten Werte für Kinder

Das Ergebnis des dritten Kinderwerte-Monitors des Kindermagazins GEOlino in Zusammenarbeit mit UNICEF Deutschland liegt nun vor: Entgegen verbreiteter Ansichten von einem drohenden „Werteverfall“ verfügen die Kinder in Deutschland über ein feines Gespür für Werte und haben eine starke Wertorientierung.

So sagen 75 Prozent der 6- bis 14-Jährigen, dass ihnen „Familie“ und „Freundschaft“ „total wichtig“ sind.

Daneben haben personenbezogene Werte wie „Geborgenheit“, „Vertrauen“, „Ehrlichkeit“ und „Zuverlässigkeit“ für die Kinder einen klar höheren Stellenwert als etwa „Geld/Besitz“, „Durchsetzungsfähigkeit“, „Ordnung“ oder „Glaube“.

Werte wie „Vertrauen“ und „Respekt“ sind für die Kinder in den vergangenen Jahren sogar immer wichtiger geworden.

 

Gegenüber der vorhergehenden Befragung in 2008 hat aus Sicht der Kinder die Bedeutung von vielen Werten auf hohem Niveau noch einmal zugenommen. Am stärksten stieg aus ihrer Sicht die Wichtigkeit der Werte „Respekt“ (plus 6 Prozentpunkte auf 35 Prozent, die diesen Wert „total wichtig“ finden), „Vertrauen“ (+4 / auf 57 Prozent) und „Gerechtigkeit“ (+3 / auf 46 Prozent).

Gefragt wurde in diesem Jahr erstmals auch danach, wie Kinder die Berufstätigkeit ihrer Mütter und Väter erleben:

Die meisten Eltern schaffen es danach relativ gut, den Druck des Berufslebens von ihren Kindern fern zu halten. So stehen die meisten Kinder der Berufstätigkeit ihrer Mütter und Väter positiv gegenüber. Sie erleben zwar Zeitknappheit und auch Belastungen; und jedes dritte Kind, dessen Mutter arbeitet, wünscht sich eine Verringerung der Arbeitszeit. Aber gleichzeitig erleben die Kinder die zur Verfügung stehende gemeinsame Zeit insgesamt als sehr positiv.

Aus Sicht der Kinder nehmen sich Mütter unter der Woche zu 80 Prozent „viel“ oder „genügend“ (29% / 51%) Zeit für ihre Kinder, Väter kommen dagegen nur auf 44 Prozent (8% / 36%). An den Wochenenden haben die Väter zwar zu 84 Prozent „viel“ oder „genügend“ (38% / 46%) Zeit für ihre Kinder, aber selbst dann erzielen die Mütter (94%) einen klar höheren Wert.

Insgesamt stehen die Kinder der Berufstätigkeit ihrer Mütter und Väter positiv gegenüber. Insbesondere sehen sie sehr klar, dass diese ihnen finanzielle und materielle Sicherheit bringt. Dies wird jedoch durch den Verzicht auf gemeinsam verbrachte Zeit erkauft, was die Kinder insgesamt bedauern. Zudem wird von einem Teil der Kinder auch Gestresstheit und Ungeduld der Eltern als Schattenseite der Berufstätigkeit erlebt.

Bei der Vermittlung von Werten kommt aus Sicht der Kinder den Eltern (97 Prozent), den Lehrern (77 Prozent) und Verwandten (76 Prozent) die wichtigste Rolle zu. Die Kirche (27 Prozent) und Politiker (11 Prozent) haben ihrer Ansicht nach hierbei einen eher niedrigen Stellenwert.

Grundsätzlich sind die Kinder auch gern bereit, sich sozial und für die Umwelt zu engagieren. Am größten ist die Einsatzbereitschaft gegenüber Freunden, und auch Tieren wollen Kinder gern helfen. 78 Prozent der Kinder sind generell „gern“ (50 Prozent) oder „sehr gern“ (28 Prozent) bereit, anderen Menschen zu helfen und sich zum Beispiel an Aktionen von UNICEF zu beteiligen.

Im Vergleich zu den Umfragen von 2006 und 2008 hat die Relevanz von Kinderrechten ebenfalls noch zugenommen - insbesondere in der älteren Gruppe der 11- bis 14-Jährigen. Bemerkenswert ist, dass das Recht, dass „alle Kinder ohne Gewalt aufwachsen dürfen“, als „total wichtig“ bewertet wird (80 Prozent), gefolgt von „spielen dürfen“ (78 Prozent) und „gesund leben“ (75 Prozent).

Quelle: unicef.de

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