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Partnersuche im Internet - Naivität und Gutgläubigkeit sollte man dabei ablegen

Alleinerziehende haben oft nicht die Zeit auszugehen und so einen potentiellen Partner oder Partnerin kennen zu lernen. Immer beliebter wird die Suche nach der passenden Partnerin im Internet, man kann

es von zu Hause machen und viele Singleplattformen locken mit Erfolgsversprechen.

Der Wunsch nach Nähe, Geborgenheit und Sexualität sollte aber gerade im Internet mit der notwendigen Vorsicht betrachtet werden. Nicht immer stecken hinter den abgebildeten Menschen auch die gezeigten Menschen und viele kostenpflichtige Singleplattformen erscheinen zwar auf den ersten Blick seriös, sind es dann aber bei genauerem Hinsehen nicht.

Advocard, der Hamburger Rechtsschutzversicher weist auf einige Tricks hin, die so manche Singleplattform verwendet:

Trick 1: Vollmundige Versprechungen
Manche Betreiber versprechen viel, doch man kann nicht davon ausgehen, dass sie das Versprochene auch wirklich einhalten bzw. anbieten. Wenn eine Seite mit Tausenden von flirtwilligen Frauen wirbt, muss sie diese auch wirklich in der Datenbank haben. Gerade im Vorfeld wird man durch solche Tricks zur kostenpflichtigen Anmeldung verleitet. Stellt sich dann aber nach der Anmeldung heraus, dass sich in dem Portal vorwiegend Männer tummeln, kann der Kunde sogar sein Geld zurückverlangen. Die Leiterin der Rechtsabteilung von Advocard, Anja-Mareen Knoop erklärt, warum: "Werbeaussagen auf Singlebörsen sind Teil des Leistungskatalogs, wenn dem nicht in den AGBs ausdrücklich widersprochen wird. Werden die versprochenen Leistungen nur zum Teil oder gar nicht erbracht, kann der Kunde den Vertrag fristlos kündigen und sein Geld zurückverlangen. Umso wichtiger ist es, vor Abschluss jedes Vertrages - gerade im Internet - besonders aufmerksam die Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu lesen."

Trick 2: Abo-Fallen im Kleingedruckten
Das Kleingedruckte in den AGBs sollte man im Detail lesen, denn dort lauern häufig manch böse Überraschungen wie z.B. Zusatzkosten, lange Vertragslaufzeiten und unangenehm lange Kündigungsfristen. Oftmals wird man mit Angeboten gelockt, erstmals kostenlos eine Plattform für zwei Wochen testen zu können. In der Euphorie übersieht man dann leicht den Hinweis, dass man diesen kostenlosen Test bereits nach drei Tagen zu kündigen hat, sofern man dann nicht für längere Zeit gebunden sein möchte. Die Rede ist von einer automatischen Verlängerung des Testabonnements. Das ist rechtlich zulässig, allerdings muss gewährleistet sein, dass der Kunde zu Beginn des Tests erkennen kann, wie, wo und wie lange er die Testmitgliedschaft abbrechen kann und welche Kosten ansonsten auf ihn zukommen würden. Findet man diese Aufklärung nicht, kann der Kunde jederzeit den Vertrag stornieren und muss auch nicht den Forderungen des Betreibers nachkommen. Leider sind gerade diese wichtigen Informationen eher versteckt zu finden, deshalb sollte man niemals voreilig einen kostenlosen Test eingehen.

Trick 3: Der Flirt-Agent
Nach der Anmeldung auf einer Partnerbörse kann der Flirtspaß beginnen und erste Kontakte werden geknüpft. Doch nicht immer halten die geknüpften Kontakte dann das, was man sich eigentlich vorstellte. Durchaus üblich ist es, dass Partnerplattformen „Animateure“ einsetzen, das sind Angestellte des Betreibers, deren Job es ist, Partnersuchende „bei der Stange“ zu halten. Oftmals erwecken sie falsche Hoffnungen und haben auch kein Interesse andere Menschen real zu treffen. Diese Machenschaften sind nicht legal, für den Gesetzgeber gilt das als arglistiger Trick. Dazu die Advocard-Juristin Anja-Mareen Knoop: "Sinn und Zweck einer Singlebörse ist es, Kontakt zwischen "echten" Personen herzustellen. Wer eine Singlebörse benutzt und dafür bezahlt, darf nicht mit virtuellen Gesprächspartnern hinters Licht geführt werden. Selbst wenn der Einsatz von "Animateuren" in den AGBs versteckt wird, ist er illegal." Die Juristin empfiehlt den Kunden von Partnerbörsen, die mit der Zeit feststellen, dass mit den neuen Bekanntschaften etwas nicht stimmt, etwa weil sie den Wunsch nach einem persönlichen Treffen immer wieder ablehnen, dafür aber vielleicht sogar kostenpflichtige SMS-Dienste oder teure Telefon-Flirtlines vorschlagen, den eingegangenen Vertrag sofort zu kündigen, das Geld zurück zu verlangen und eventuell auch Schadenersatz einzufordern.

Als Alternative gibt es aber auch einige wenige kostenlose Singleplattformen. Man muss zwar Werbung in Kauf nehmen, aber die finanziellen Risiken sind kleiner. Vorausgesetzt natürlich, dass man auf so manche mitleidserregenten E-Mails von Kontaktsuchenden mit vorwiegend finanziellen Interessen nicht reagiert. Liebe kann wunderschön sein, doch der Geschäftssinn von berechnenden Menschen nimmt vorallem die Leichtgläubigkeit und Naivität von Partnersuchenden gerne ins Visier.

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