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Schimmelpilzbefall in Wohnräumen vorbeugen und entfernen - Gesundheitsrisiko für Kinder und Erwachsene

Jedem dürfte bekannt sein, dass Schimmel in der Wohnung ein Gesundheitsrisiko darstellt. Laut einer Studie der Universität Jena lebt aber jeder fünfte Deutsche in einer Wohnung mit Feuchtigkeitsschäden inklusive Schimmel.

Schimmel macht auf Dauer krank, so kann er Atemnot, Fieber, Abgeschlagenheit,  Husten, Schnupfen und sogar Lungenfibrose hervorrufen und das Immunsystem generell schwächen. Er erhöht auch das Risiko, an Asthma zu erkranken.  Schimmelpilze bewegen sich frei in der Luft und werden von uns eingeatmet - die Schimmelpilzgifte (Mykotoxine) wirken toxisch.

Wenn man Schimmelpilzbefall in der Wohnung entdeckt, ist sofortiges Handeln in Form von richtigem Entfernen der Schimmelpilze notwendig. Nur oberflächliches Entfernen reicht nicht aus, es muss in der Regel der Ursache für den Schimmelpilzbefall auf den Grund gegangen werden.

Was sind eigentlich Schimmelpilze?

Schimmelpilze ist ein Sammelbegriff für Pilze, die Pilzfäden und Sporen ausbilden. Der Transport der Pilzsporen erfolgt über die Luft. Bereits geringe Feuchtigkeit reicht ihnen als Lebensbedingung. Den Menschen fallen Schimmelpilze meist erst auf, wenn sich befallene Stellen in den Wohnräumen zu verfärben beginnen, wie z.B. Ecken in der Duschkabine, Badewannenrand, Mauerränder.

Wie entsteht Schimmel?

Hauptsächlich sind folgende drei Faktoren für die Schimmelpilzansiedelung verantwortlich: Luftfeuchtigkeit, Nährstoffe und Temperatur.

  • Ausreichend Luftfeuchtigkeit: Schimmelpilze benötigen zum Wachsen mindestens 80% relative Luftfeuchtigkeit an der Materialoberfläche. Die Feuchtigkeit muss dabei nicht sichtbar sein. Achten sollte man auch auf Tauwasser bzw. Kondenswasser, dass den Schimmelwachstum zusätzlich fördert. Die hohe Luftfeuchtigkeit entsteht durch verschiedene Faktoren wie z.B. ein Mensch gibt bereits einen Liter Flüssigkeit an die Luft ab,  täglich wird gekocht, geduscht, Wäsche gewaschen, Blumen gegossen.
  • Angebot an Nährstoffen für die Schimmelpilze: Schimmelpilze sind sehr anpassungsfähig und begnügen sich mit wenig Nährstoffen. Als Nährboden reichen ihnen Raufasertapeten, Holz, Wandputz, Kunststoffe, Gipskarton, etc. Leichte Verschmutzungen und verrauchte Wohnräume begünstigen den Schimmelwachstum.
  • Ideale Temperatur für Schimmelwachstum: Schimmelpilze sind diesbezüglich nicht sehr anspruchsvoll. Ideal ist für ihr Wachstum eine Temperatur von etwa 25 Grad Celsius. Aber generell können sie in einem Bereich von 0 Grad bis +50 Grad Celsius wachsen.

Wie kann man gegen Schimmelwachstum vorbeugen?

  • Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen während der Heizperiode kontrollieren und versuchen, dass sie bei 55% liegt
  • Die Räumlichkeiten im Winter richtig heizen (wenig genutzte Räume sollen um etwa 3 -4 Grad Celsius kühler sein als die Wohnräume).
  • Kondenswasserbildung vermeiden (die Innentemperatur von Außenwänden soll etwa +16 Grad betragen)
  • Ausreichend und richtig lüften – 5 bis 10 Minuten Stoß- oder Querlüften, dazu die Fenster weit öffnen
  • Heizkörper frei halten
  • Keine Luftbefeuchter und Zimmerbrunnen benutzen
  • Wäsche in einem eigenen Wäschezimmer trocknen, nicht in den Wohnräumen
  • Möbel sollte man mit einem Abstand von etwa 5 cm zu Außenwänden aufstellen (damit die Luft zirkulieren kann)
  • Zimmerpflanzen nicht zu viel gießen, große Zimmerpflanzen vermeiden
  • Vorhänge sollten bei großen Fenstern nicht von Boden bis zur Decke hängen

Wie entfernt man Schimmel?

Wenn der Schimmel bereits da ist, muss er richtig entfernt werden und die Ursache für den Befall behoben werden. Erste Hilfe ist generell die Luftfeuchtigkeit zu minimieren, so nimmt man den Schimmelpilzen einen wesentlichen Faktor für ihren Wachstum.

Bei kleineren Flächen (unter einem halben m²), die mit Schimmel befallen sind, kann man den Schimmel durch vorsichtiges Wischen entfernen (bzw. versuchen ihn zu  entfernen). Da man dadurch die Pilzsporen zusätzlich aufwirbelt, empfiehlt es sich, Mundschutz, Handschuhe und Schutzbrille zu tragen.  Im Anschluss behandelt (abreiben und trocknen lassen) man die Fläche entweder mit hochprozentiger Alkohollösung, 80%iger Spirituslösung, 5%iger Soda-Lösung oder 6%iger Wasserstoffperoxidlösung.

Bei großflächigem Schimmelbefall muss man sich unbedingt Rat von Experten einholen.

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