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Wien Bandion-Ortner zum Obsorgerecht: Die Hälfte der Eltern sind Väter!

Mit deutlichen Worten hat sich Bundesministerin Mag. Claudia Bandion-Ortner heute, Samstag, im Vorfeld der parlamentarischen Enquete zu familienrechtlichen Fragen zu Wort gemeldet. "Was mich stört ist, dass in der Frage der gemeinsamen Obsorge nach einer Scheidung immer von Zwang die Rede ist."

Man müsse sich einmal die Mühe machen, das Thema aus Sicht des Kindes zu beurteilen: "Und aus dieser Sicht kommt die automatische Fortführung der gemeinsamen Obsorge nach einer Scheidung der Beibehaltung eines natürlichen Zustandes gleich. Denn nicht die Mutter oder der Vater haben ein Recht auf ihr Kind, sondern das Kind hat ein natürliches Recht auf beide Elternteile!"

Bandion-Ortner verwies auch auf unterschiedliche Studien, denen zu Folge die gemeinsame Obsorge bei den betroffenen Elternteilen eine hohe Zufriedenheitsrate mit sich bringt: "Auch der von Familienstaatssekretärin Marek kürzlich präsentierte Familienbericht hält dies eindeutig fest."

"Es kann ja kein Zufall sein", so Bandion-Ortner weiter, "dass die Berufsgruppe der Familienrichter, die tagtäglich mit dieser Thematik beschäftigt ist, die automatische gemeinsame Obsorge als sinnvoll bezeichnet." Natürlich sei bei - physischer oder psychischer - Gefährdung des Kindes die gemeinsame Obsorge zu beenden.

"Aber all jenen, die jetzt die Idee einer prinzipiellen Beibehaltung einer gemeinsamen Obsorge nach der Scheidung von Zwang sprechen, halte ich entgegen: Ist es nicht viel mehr ein Zwang, dass Richter aktuell auch bei unbegründeten Anträgen sofort eine Trennung der Obsorge durchführen müssen?", so Bandion-Ortner abschließend.
 

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