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Wie leben und arbeiten Hamburgs Eltern?

Die Handelskammer Hamburg hat die Studie "Wie leben und arbeiten Hamburgs Eltern?" des HWWI für die Hamburger Allianz für Familien in Auftrag gegeben und finanziert. Anlässlich des Internationalen Tags der Familie wurden die Ergebnisse am 11. Mai 2010 präsentiert und diskutiert.

66 Prozent der nichterwerbstätigen Väter und rund 39 Prozent der nichterwerbstätigen Mütter in Hamburg würden gerne arbeiten, finden aber aus unterschiedlichen Gründen keinen Arbeitsplatz oder bleiben aus Betreuungsgründen zu Hause. Unter den nichterwerbstätigen Elternteilen sind über 37.000 Personen mit guter bis sehr guter Ausbildung.

„Dieses ungenutzte Fachkräftepotenzial gilt es zu heben“, sagte Cord Wöhlke, Mitglied des Plenums der Handelskammer Hamburg und Botschafter des Unternehmensprogramms „Erfolgsfaktor Familie“ für das Land Hamburg. Die Politik müsse Eltern attraktive Angebote für die Kinderbetreuung machen, aber auch die Unternehmen seien gefragt. „Die Palette reicht von flexiblen Arbeitszeiten und Eltern-Kind-Büros in den Unternehmen über Belegplätze in Kindertagesstätten bis hin zu eigenen Betriebskindergärten“, so Wöhlke. Dass viele Firmen sich bereits aktiv für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf einsetzten, zeige die kontinuierlich steigende Anzahl von bereits über 100 kleinen und mittleren Unternehmen, die das Hamburger Familiensiegel der Hamburger Allianz für Familien erhalten haben. Die Kindertagesbetreuungsmöglichkeiten sind in Hamburg in den letzten Jahren ebenfalls massiv ausgebaut worden. Seit 2002 ist die Zahl der betreuten Krippenkinder von 7 300 auf 13 100 gestiegen. Damit ist Hamburg Spitzenreiter unter den westdeutschen Bundesländern.

Des Weiteren hat die Analyse ergeben, dass die Mehrheit der über 286 000 Väter und Mütter in Hamburg nach wie vor nach dem traditionellen Familienmodell lebt. Die geringste Erwerbstätigenquote bei den Frauen haben verheiratete Mütter, die nur zu 60,3 Prozent arbeiten. Verheiratete Väter erreichen dagegen mit 87,8 Prozent die höchste Erwerbstätigen-Quote aller Männer. Darüber hinaus dominieren bei allen erwerbstätigen Müttern Teilzeitbeschäftigungen. Die mit 72 Prozent höchste Teilzeitquote erreichen Mütter mit Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter. Als Hauptgrund für die Teilzeittätigkeit führen die Mütter an, dass sie sich um ihre Kinder oder um ihre pflegebedürftigen Eltern kümmern. Nur knapp 20 Prozent der Mütter möchten ihre Arbeitszeit aufstocken. Um die ungenutzten Fachkräftepotenziale aktivieren zu können, müssten junge Frauen deshalb weiter motiviert werden, eine eigenständige Berufsperspektive für sich zu entwickeln, sagte Christina Boll vom HWWI. „Teilzeit sollte auch stärker von Vätern in Anspruch genommen werden. Dies würde ihre Teilhabe am Familienleben erhöhen und zugleich Müttern die Chance geben, am Arbeitsmarkt besser Fuß zu fassen", so Boll weiter.

Die gesamte Studie kann man sich hier downloaden.

Quelle: hk24.de

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