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Zeckenschutzimpfung bei Kindern

Mit dem Frühling steigt auch die Gefahr von Zecken gestochen zu werden. Zecken sind parasitische Milben und gehören zu den Spinnentieren. Weltweit gibt es etwa 900 verschiedene Arten. In Europa ist

der Gemeine Holzbock die häufigste Zeckenart. Ihre Aufenthaltsorte variieren je nach Zeckenart.

Üblicherweise halten sie sich in der Höhe auf, die in etwa der Größe des potentiellen Wirtes entspricht (bis 1,5 Meter Höhe). Indem man durch das Gras oder Gebüsch geht, streift man sie auf sich ab. Die Gefahr von einem Zecken gestochen zu werden, trifft nicht nur auf Menschen, die viel in der Natur sind, zu, bereits, wenn man sich kurz in Gärten oder Parks aufhält, kann man eine Zecke abbekommen. Hauptsächlich sind sie von März bis Oktober aktiv, doch wetterbedingt können sie auch in anderen Monaten auftreten.

Schutz vor dem Zeckenbiss und Erste Hilfe danach: Man kann den Zecken das Zustechen erheblich erschweren, durch Kleidung, die den Körper bedeckt und festes Schuhwerk. Trotz guter Schutzmaßnahmen, soll man sich und das Kind nach jedem Aufenthalt in der Natur, nach Zecken absuchen. Da Zecken meist nicht sofort zustechen, ist es empfehlenswert die Kleidung zu wechseln, gründlich zu duschen sowie auch die Haare zu waschen. Danach sollte man den Körper nach Zecken absuchen und wirklich genau schauen, da diese Blutsauger sehr klein sein können. Sie bevorzugen Körperstellen, die besonders warm sind, wie Kniekehlen, unter den Armen, Haaransatz.
Hat man eine Zecke entdeckt, soll man sie möglichst rasch entfernen, am besten mit Hilfe einer Zeckenzange. Rasch deshalb, da langsames Abtöten der Zecke, kontraproduktiv ist, denn dadurch werden zusätzliche Erreger z.B. Borrelien freigesetzt. Falls Erwachsene nicht geimpft sind, gibt es die Möglichkeit innerhalb von max. 96 Stunden nach dem Zeckenbiss, ein Antikörperpräparat vom Arzt verabreichen zu lassen. Damit besteht die Möglichkeit einen Ausbruch einer FSME-Erkrankung eventuell zu verhindern. Für Kinder unter 14 Jahren gibt es diese Möglichkeit nicht.  Falls sich nach einem Zeckenstich eine Entzündung oder große Rötung zeigt, sollte man zur Sicherheit den Arzt aufsuchen, um eventuelle Folgeerkrankungen rechtzeitig zu erkennen.

Ab wann soll man nun das Kind impfen? Der Impfausschuss des Obersten Sanitätsrates gibt dazu folgende Empfehlung: Kinder bis zum vollendeten 3. Lebensjahr sollen gegen FSME nur geimpft werden, wenn ein erhöhtes Infektionsrisiko (z. B. bei Wohngegend in einem Zeckengebiet und häufigen Waldspaziergängen) vorliegt. Die Impfung soll man dann vornehmen lassen, wenn das Kind gesund und nicht zusätzlich durch eine Erkältung etc. belastet ist. Aufpassen muss man auch, ob das Kind Allergien gegen einen Bestandteil des Impfstoffes hat. In diesem Fall sollte man sich im Vorfeld unbedingt vom Arzt beraten lassen.

Was macht nun eine Zecke: Sie ritzt ganz leicht die Haut des Menschen ein und schiebt ihren mit Widerhaken besetzten Stechapparat oberflächlich in die Wunde und lecken dann das Blut. Klingt  ekelhaft und ist es auch. Bevor eine Zecke zum Blut lecken anfängt, gibt die Zecke ein Sekret ab, das u.a. die Einstichstelle betäubt. Deshalb bemerken wir meist nichts von einem Zeckenstich. Zecken sind Krankheitsüberträger, deshalb sollte mit einem Zeckenbiss nicht leichtfertig umgegangen werden. Typische Erkrankungen nach einem Zeckenbiss sind Borreliose, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), Babesiose, Ehrlichiose oder Rickettsiosen.

Vor was schützt die Zeckenschutzimpfung? Mit der Zeckenschutzimpfung kann man allerdings nur einen Schutz vor FSME erreichen. Wenn man eine vollständige Grundimmunisierung absolviert hat, kann man mit einem 99-prozentigen Schutz rechnen. Die Impfung ist alle drei Jahre auf zu frischen. Durch die Impfung kann es zu Nebenwirkungen, wie Rötung, Schwellung, Kopfschmerzen, Gelenks- und Nervenentzündungen sowie Fieber kommen.

Die Frühsommermeningoencephalitis (FSME) ist eine Viruserkrankung, die durch Zecken übertragen wird. FSME Viren kommen nur bis zu Höhenlagen vor, bei denen die mittlere Jahrestemperatur über 8 Grad liegt (über 1400 m Höhe gibt es keine FSME). Man kann davon ausgehen, dass in etwa eine von 200 Zecken damit infiziert ist. Die Inkubationszeit liegt bei zwei bis 28 Tagen. Bei etwa 30 bis 40 Prozent, die von einer Zecke, die FSME überträgt, gebissen werden, kommt es zu einer FSME Erkrankung.  Diese kann in zwei Phasen verlaufen. Die erste Phase ist gekennzeichnet von grippeähnlichen Symptomen mit hohem Fieber. Danach kommt es bei etwa einem Drittel der Infizierten zur zweiten Phase und der wirklich gefährlichen Erkrankung, der „Zeckenmeningitis“. Dabei handelt es sich um eine Entzündung des Gehirns und der Gehirnhäute, eventuell mit zusätzlicher Erkrankung des Herzen und der Leber. Bis zu zwei Prozent der Erkrankten sterben, bis zu elf Prozent tragen bleibende Schäden wie Lähmungen davon.

Weiterführende Information erhält man unter www.zecken.at und www.zecken.de.

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